Markisen und Windwächter im Zusammenspiel
Markisen gab es schon vor dreihundert Jahren, damals allerdings noch ohne Windwächter. Schon damals entdeckte man den Sonnenschutz mittels einer Markise. Und zwar waren es französische Offiziere, die in den Heerlagern des 18. Jahrhunderts gerne im Freien sitzen wollten, ohne jemals etwas über Markisen gehört zu haben. Das war aber bei leichtem Regen oder starkem Sonnenschein allerdings nicht so angenehm. Deswegen kamen sie auf die Idee, vor ihren Zelten Sonnenschutzdächer aufzustellen, gerade wenn sie auch Besuch von Frauen erwarteten. So wurde der französische Begriff für Adelsdame "Marquise" von den Soldaten scherzhaft auf das Sonnenschutzdach übertragen. Von einem Windwächter war damals noch keine Rede. Den Begriff gab es damals vermutlich noch gar nicht. Es sollte noch einige Hundert Jahre dauern, bis der Windwächter ein zumindest bekannter Name wurde. Damals wurde die Markise noch manuell ein- und ausgefahren bzw. auf- und abgespannt. Neben der Markise gibt es auch den Rollladen oder die Jalousie als Schutz gegen zu starke Sonnenbestrahlung. Auch sie können durch einen Windwächter eingefahren werden. Die globale Erderwärmung führt auch in Deutschland dazu, dass künftig mehr Markisen (mit und ohne Windwächter) zum Sonnenschutz benötigt werden. Heute ist allerdings der Windwächter ein gängiger Begriff und ein Bauteil, das mittlerweile sehr häufig zusammen mit einer Markise montiert wird. Heute ist die Markise und mit ihr der Windwächter nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Einerseits ist die Markise ein gewollter Sonnenspender, andererseits soll sie gerade auch vor neugierigen Blicken der Nachbarn schützen, wenn man gemütlich mit Freunden auf der Terrasse feiert. Und selbst bei leichtem Regen können die Markisen heute ausgefahren bleiben und die Feier kann auf der Terrasse weitergehen. Bei Regen gibt es den Regenwächter, der ähnlich wie der Windwächter arbeitet. Im 18. Jahrhundert war die einfache Plane ein Schutz für die "Marquise", heute ist die Markise ein ausgefeiltes technisches Produkt, oft auch mit einem Windwächter. Und heute gehört der Windwächter fast schon zum Standard der Markise. Aus der einfachen Plane haben sich heute ganz unterschiedliche Typen von Markisen entwickelt – mit und ohne Windwächter. So gibt es mittlerweile eine Gelenkmarkise, eine Kassettenmarkise, ein Scherenmarkise, eine Dachflächenfenstermarkise, eine Wintergartenmarkise, eine Korbmarkise und die Hülsenmarkise. Sie alle können in Verbindung mit einem Windwächter zum Einsatz kommen. Welcher Markisentyp inklusive Windwächter der richtige ist, sollte von einem Fachmann geklärt werden. Er sollte auch klären, welche Art der Steuerung die richtige ist für welchen Fall. Auch der letztendliche Einbau der Markise inklusive Steuerung und Windwächter sollte in die Hände eines Fachmanns gelegt werden.
Die Vorschriften beim Einbau einer Markise
Beim Einbau einer Markise müssen gewisse Vorschriften eingehalten werden, was übrigens auch für den Einbau eines Windwächters gilt. Grundlage ist die europäische Norm EN 13561, die keine Angaben über Windwächter macht. Sie legt fest, welche Anforderungen Markisen erfüllen müssen, die an einem Gebäude angebracht sind. In dieser Norm sind alle Markisen aufgeführt, die manuell bedienbar sind, Markisen mit und ohne Ausgleichsfedern und Markisen mit Elektromotoren, im Fachjargon auch kraftbetätigte Markisen genannt. Die EN 13561 beschreibt Regeln, die eine Gefährdung für Konstruktion, Transport, Einbau, Bedienung und Wartung der Markisen beinhalten. Zusätzlich werden Angaben über Windwiderstandsklassen, Widerstand gegen Wasseransammlung und die Lebensdauer gemacht. Angaben über Windwächter wird man in dieser Norm allerdings nicht finden. Dabei unterscheidet man drei Windwiderstandsklassen. Je nach Windwiderstandsklassen können die Markisen unterschiedlich lange ausgefahren bleiben. Bei der Windwiderstandsklasse 1 ist maximal eine Windstärke von 4 möglich. Windstärke 4 bedeutet eine mäßige Brise und einen mäßigen Wind mit einer Windgeschwindigkeit von 20-27 km/h. Der Windwächter muss bei dieser Windwiderstandsklasse auf 27 km/h eingestellt werden. Wird dieser Wert überschritten, muss der Windwächter einen Befehl an die Steuerung senden, die Markise unverzüglich einzufahren. In der Regel geschieht dies innerhalb von 10 Sekunden. Markisen, die für die Windwiderstandsklasse 2 gebaut sind, können bis Windstärke 5 ausgefahren bleiben. Windstärke 5 bedeutet eine frische Brise mit einem frischen Wind und einer Windgeschwindigkeit von 29-38 km/h. Wird diese Windstärke überschritten, wird die Markise über den Windwächter ebenfalls eingefahren. Und die Windwiderstandsklasse 3 lässt Windstärken bis 6 zu, wobei das schon einen starken Wind bedeutet. Für alle drei Windwiderstandsklassen gilt: überschreitet die Windgeschwindigkeit die zulässige Windgeschwindigkeit sollte die Markise auf jeden Fall über den Windwächter eingefahren werden. Optimal ist ein Windwächter, der die Windgeschwindigkeit misst und über einen Befehl an die Steuerung veranlasst, die Markise einzufahren. In der EN 13561 sind noch weitere Informationen über Markisen zu finden. Beispielsweise Angaben zum Widerstand gegen Wasseransammlung. Dabei wird die Wassermenge beschrieben, die eine ausgefahrene Markise bei einer Neigung von mindestens 14°, was einem Gefälle von 25 % entspricht, auf dem Markisentuch halten kann. Man unterscheidet hier zwischen zwei Klassen. Die Klasse 1 kann dabei eine Niederschlagsmenge von 17 l pro qm und Stunde halten, während bei der Klasse 2 eine Niederschlagsmenge von 56 l pro qm und Stunde noch zulässig sind. In diesem Zusammenhang ist der Regenwächter zu erwähnen. Er soll ähnlich wie der Windwächter bei Regen die Markise einfahren. Schließlich wird in der Norm auch der Lebensdauer Raum gewidmet. Dabei werden drei Klassen unterschieden. Die Klasse 1 hat ihre Grenze bei 3.000 Zyklen, die Klasse 2 bei 7.000 Zyklen und die Klasse 3 bei 10.000 Zyklen. Unter Zyklus wird in diesem Zusammenhang eine vollständige Ein- und Ausfahrbewegung gesehen.
Zusätzlicher Schutz der Markise
Markisen sind selbst im Sommer teilweise gefährdet, wenn trotz gleißenden Sonnenscheins eine Windböe plötzlich über den Balkon oder die Terrasse fegt. Wenn ein Windwächter vorhanden ist, sorgt dieser dafür, dass die Markise eingefahren wird. Deshalb sind gewisse Voraussetzungen für die Markise zu erfüllen, damit sie mit plötzlichen Windböen fertig wird. Wichtig ist in diesem Zusammenhang ein Windwächter. Manche Anbieter bieten eine verstärkte Gelenkmarkise an, die Windböen bis Windstärke 8 überstehen kann. Wird diese Grenze überschritten, sollte der Windwächter die Markise einfahren lassen. Die Gelenkmarkise ist meist aus verstärktem Aluminium hergestellt und kann leicht auch nachträglich montiert werden. Kernstück ist eine Verbindung zwischen dem Ausfallprofil der Markise und dem Boden. Diese Verbindung wird über einen Stützpfeiler aus Aluminium hergestellt. Wenn solch eine Sicherheitseinrichtung benutzt wird, lassen die Hersteller Windgeschwindigkeiten bis Windstärke 8 zu. Sollte diese Windgeschwindigkeit überschritten werden, tritt der Windwächter auf den Plan. Der Windwächter gibt dann in diesem Fall einen Impuls an die Steuerung, die dann die Markise einfährt. Damit wird klar, dass diese Ausführung ohne einen Windwächter nicht auskommt.
Die Gelenkmarkise
Die Gelenkmarkise ist die wohl am weitesten verbreitete Markise zumindest in Deutschland. Ihr Vorteil liegt wohl in der optimalen Konstruktion und damit verbunden mit einer sehr großen Beschattungsfläche. Solch eine große Beschattungsfläche lässt sich mit keiner anderen Markise so leicht herstellen. Einfahren lässt sich diese Markise natürlich auch mit einem Windwächter. Die meisten der neu installierten Markisen werden auch direkt mit einem Windwächter montiert. Grundsätzlich wird bei den Markisen als Grundwerkstoff Aluminium verwendet, so auch bei der Gelenkmarkise. Vorteil ist das Gewicht bei gleichzeitig hoher Festigkeit. Hauptbestandteile der Gelenkmarkise sind natürlich die Trag- oder Montagerohre und die Gelenkarme mit dem Armlager und der Fallrohrbefestigung. Dazu kommt dann die Tuchwelle bzw. Tuchwalze. Der Antrieb bei elektromotorischem Antrieb sitzt im Fallrohr. Optional gibt es noch eine Kurbel für das manuelle Aus- und Einfahren, wobei die überwiegende Mehrheit der Markisen heute allerdings mit elektromotorischem Antrieb ausgeführt wird. Rechts und links sitzen die Seitenlager, in denen auch die Antriebe befestigt sind. Und schließlich kommt noch das Markisentuch hinzu. Das Markisentuch wird von zwei oder mehreren Armen ausgezogen. Der Auszug erfolgt dabei mit einer gewissen Neigung. Der Auszug kann auch durch den Windwächter ausgelöst werden. Wenn die Windgeschwindigkeit den voreingestellten Sollwert überschreitet, gibt der Windwächter einen Impuls an die Steuerung. Diese fährt dann die Markise ein, um sie vor Beschädigungen zu schützen. Damit leistet der Windwächter einen wichtigen Beitrag. In der Regel kann die Markise stufenlos ausgefahren werden, meist bis zu einer Länge von ca. 5 Metern bei einer Breite von bis zu 8 Metern. Durch die Markisen-Arme hat man unter der Markise volle Bewegungsfreiheit. Bei großen Gelenkmarkisen wird natürlich immer mit einem Elektroantrieb gearbeitet. Denn nur dann kann auch ein Windwächter zum Einsatz kommen. Der Windwächter ohne einen elektrischen Antrieb wäre nichts wert, weil ja niemand die Markise bei Regen einfahren würde.




